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11.08.1999
12.45 Uhr

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ein Zentralgestirn verfinstert sich.
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Bild:
© Michael
Mager
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...Es
war ein fast mythischer Augenblick.
Regenwolken hatten immer wieder das seltene Geschehen am
Himmel verdeckt und drohten bis zuletzt, den Höhepunkt
der Sonnenfinsternis den Blicken der harrenden Menschen
zu entziehen.
Von überall her waren Sonnenfinsternishungrige an diesen
Ort im Südwesten Deutschlands gepilgert, der inmitten
der so genannten Kernschattenzone des Mondes lag.
Den
ganzen Tag über hatten sich unzählige Menschen
vereinzelt und in Gruppen auf der Suche nach einem
freien Ausblick durch die kleine Stadt bewegt.
Zeitungsberichten zufolge sollten sich
zum Beispiel in der Stadt Karlsruhe eine halbe
Million Schaulustige eingefunden haben.
Gegen 9.12 Uhr hatte der Neumond begonnen, die Sonne
allmählich auszulöschen. Ein Vorgang, der immer wieder
hinter einem grauen Wolkennebel verschwand.
Die Spannung wuchs, würde die Totale überhaupt zu
sehen sein?
Den Ankündigungen zufolge wäre es um 12.32.43 Uhr
soweit. Der Mond würde sich seiner astronomischen
Bestimmung folgend, vor die Sonne schieben und sie für
einige Augenblicke zur Gänze verdecken.
Und
dann geschah es:
Der Wolkenschleier wich wie einem geheimen Kommando
folgend zur Seite.
Die pechschwarze Scheibe des Mondes bedeckte nun völlig
die Sonne. Über seinen Konturen schwebte helles Licht,
zuckten leuchtend rote Bänder.
Kein Laut war zu hören.
Still und leer lagen die Straßen in der seltsamen Dämmerung
des kosmischen Ereignisses. Es war, als würde die Natur
für einen Augenblick der Kontemplation andächtig
innehalten.
Der wohl schönste Moment trat ein, als sich der Mond
der flüchtigen Liaison entwand, und helles,
diamantfarbenes Licht über seinen Konturen urplötzlich
aufblitzte.
Dann löste sich der Mond unablässig von dem wieder
hell aufleuchtenden Sonnenkörper.
Die faszinierende Totale hatte nur knapp 2 Minuten
gedauert.
Um
13.55 Uhr war alles vorbei, die Sonne war wieder frei
und das Leben kehrte, abgesehen von den durch die rückreisenden
Sonnentouristen verursachten kilometerlangen Staus, zur
Normalität des Alltags zurück.
Doch
vielleicht dachte in diesem Augenblick so mancher
Beobachter des faszinierenden Geschehens an die Menschen
vergangener Epochen, die in Unkenntnis der
wissenschaftlichen Fakten einer Sonnenfinsternis mit
Angst und Ehrfurcht begegneten.
Und ein wenig von dieser Ehrfurcht
hatte sicherlich auch uns, doch als so aufgeklärt
geltende Zeitgenossen, im Moment des magischen
Geschehens erfasst.
Mehr
Informationen zur Sonnenfinsternis 1999:
http://www.eclipse1999.de/home.html
http://www.astrocorner.de
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