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Die Mystifikation
des Realen: der Maler Karl Hubbuch |
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"Wir sind immer von den Dingen ausgegangen. Hinter den Dingen ist nichts." Georg Scholz ..Die vorausgegangene Katastrophe des 1.Weltkrieges, soziale Missstände, Arbeitslose, Kriegskrüppel in den Straßen, an den Rand gedrängte Menschen! Wie sollten die Künstler jener Tage auf solche Bilder, auf eine weit von der harmonischen Idylle entfernten Welt reagieren? Zum Teil selbst Partikel der traumatischen Ereignisse des Krieges, kehrten sie desillusioniert mit einer depressiv veränderten Perspektive in die Wirklichkeit deutscher Städte zurück. Kunsthistorisch betrachtet ist man versucht die Zeit nach den schrecklichen Kriegsjahren als ein Atemholen zwischen der emotionalen Ekstase des Expressionismus und dem weiteren Weg in die Abstraktion zu bezeichnen. Im Sommer 1925 fand in der Mannheimer Kunsthalle eine denkwürdige Ausstellung statt, die unterschiedlichsten künstlerischen Ansätzen den Namen Neue Sachlichkeit geben sollte. Allen gemein schien der Versuch zur Wiederlangung des Gegenstandes. Der Wirklichkeit sollte Gerechtigkeit widerfahren. Keine expressionistische Verbrämung, kein emotionaler Filter sollte das Sichtbare verzerren. Schließlich konnte und musste die Welt für sich selbst sprechen. Dabei kristallisierten sich zwei unterschiedliche künstlerische Haltungen heraus: Zum einen die Veristen, politisch und weltanschaulich engagierte Maler, die als linker Flügel bezeichnet wurden, zum anderen, die als Klassisten charakterisierten Maler romantischer Stillleben und der Idylle. Doch wäre es falsch, sie voreilig unter einem ideologischen Dach zu vereinen, gemeinsam war ihnen allerdings der Versuch, die Seele des Gegenstandes freizulegen und nach der unverfälschten Dingwelt zu forschen. Was wir zeigen, ist allein, dass die Kunst noch da ist, dass sie zu Neuem Ungesagten strebt [...] dass die Künstler enttäuscht, ernüchtert, oft bis zum Zynismus resignierend, fast sich selber aufgebend nach dem Augenblick grenzenloser, beinahe apokalyptischer Hoffnungen sich mitten in der Katastrophe auf das besonnen haben, was das Nächste, das Gewisseste und Haltbarste ist: die Wahrheit und das Handwerk. Gustav F. Hartlaub, Geleitwort zur Ausstellung Neue Sachlichkeit In der genannten Ausstellung war auch der Karlsruher Maler Karl Hubbuch vertreten. Hubbuchs Werk widersetzt sich einer
Vereinnahmung durch irgendeinen Ismus. Biografisches geb. 1891 in Karlsruhe, gest. 1979 ebenda. 1908-1912 Akademie Karlsruhe. 1912-14 Schüler Emil Orliks in Berlin. 1914-18 Soldat. 1920/21 Meisterschüler bei Conz in Karlsruhe. 1922 und 1924 Aufenthalte in Berlin. 1925 Teilnahme an der Mannheimer Ausstellung "Neue Sachlichkeit". 1928 Ernennung zum Professor, 1933 Entlassung aus dem Lehramt. 1933-45 Gelegenheitsarbeit als Uhrenschildermaler und keramischer Maler. 1947-57 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, danach freischaffend tätig. 1970 erblindet er nahezu und fertigt bis zu seinem Tode 1979 kein Werk mehr an. Quelle: musée imaginaire |
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