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Hofer, Karl
* 11.10.1878 Karlsruhe,
+ 3.4.1955 Berlin
Hofer studierte u. a. in Karlsruhe und
Stuttgart. Ab 1899 hielt er sich zeitweilig in
Rom und Paris (bis 1917) auf.
In Frankreich wurde er während des Ersten
Weltkrieges interniert. 1919 kehrte er nach
Berlin zurück. 1920 begann er seine Arbeit an
der Berliner Kunstakademie, deren Mitglied
Hofer 1923 wurde. Von den Nazis wurde er
entlassen, seine Werke als entartet
eingestuft. 1945 wurde Hofer Direktor der
neukonstituierten Hochschule für Bildende Künste,
1947 Präsident der Akademie der Künste.
Man könnte den Weg Hofers als einen
Weg der Mitte beschreiben: Zwischen Abstraktion und
Naturalismus, zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit
suchte er Maßzuhalten, strebte er nach klassischer
Ausgeglichenheit.
Doch abgeklärte Harmonie sollte sich in seinem Werk nicht
herstellen.
Frösteln und Schaudern, Verlassenheit und Schrecken. teilen
sich dem Betrachter mit.
Werner Haftmann schrieb 1954:
" Da war ein Mensch, der mit einem umgrenzten Traum von
Schönheit und einer Vision des Klassischen begann; und dann
war es das Auftreffen auf die Wirklichkeit, die diesen Traum
zerschlug.
Aus diesem desillusionierten Idealismus traten die Bilder, die
das Zeitgenössische ihm so bitter deuteten.
Er machte die Form karg.
Hofer hat völlig recht, sich dagegen zu verwahren, ein
Expressionist genannt zu werden.
Er ist ein klassischer Idealist, dem die Wirklichkeit das
Spiel zerstörte." (*)
Aber dies ist nur die halbe
Wahrheit.
" Der Traum von Schönheit, die Vision des Klassischen stehen am
Ende noch unvermindert.
Skepsis und Illusionslosigkeit sind schon zu Beginn
anzutreffen."
Es sind die zwei Seiten der Medaille Hofer.
Hofer war kein Mann der
Mitte, der weder Fisch noch Fleisch ist, sondern ein Mann der
zusammengezwungenen Extreme, Fisch und Fleisch, ohne eines von
beiden in seinem Wesen zu mindern.
Mit dem Satz:
" Die Malerei hat eine Zukunft und durch das Festhalten am
Menschenbild als Zentrum seiner Kunst behauptete Hofer trotz allem
eine Zukunft auch für diesen Menschen, in der von ihm selbst auf
vielfältige Weise bedrohten Welt.
Das ist seine >optimistische Bereitschaft<, der < Glaube ohne
Objekt<, der dennoch das Subjekt zu aktivieren vermag.
aus:
Karl Hofer:
- Malerei hat Zukunft -
herausgegeben von Andreas Hüneke.
1991 Gustav Kiepenheuer Verlag
(*) Werner Haftmann:
- Malerei im 20. Jahrhundert - S. 277
München 1954, 5. Auflage 1976(*)

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