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Badische
Mundarten
Entsprechend der Zuteilung des Landes am Oberrhein an
die beiden Volksstämme der Alemannen und Franken teilt
sich auch die im Volke gesprochene Mundart in eine
alemannische und eine fränkische, deren Grenze im
allgemeinen auch heute noch die Stammesgrenze ist: sie
beginnt in Baden am Rhein zwischen Söllingen und Hügelsheim
südlich von Rastatt und zieht zwischen Haueneberstein
und Baden-Baden nach Osten.
Die
südlich dieser Linie gesprochene Mundart scheidet sich
wieder in Südalemannisch im Markgräflerland und
Hotzenwald. Hochalemannisch im Südosten
Badens und Mittelalemannisch zwischen Feldberg
und Baden-Baden. Die fränkische Mundart lässt sich
ebenso in drei große Gruppen scheiden: Südfränkisch
spricht das Volk in der Gegend von Pforzheim, Rastatt,
Karlsruhe, Bruchsal, Bretten, Eppingen, Sinsheim, Ostfränkisch
im nordöstlichen Teil Badens, den Bezirken Mosbach,
Adelsheim Boxberg, Tauberbischofsheim, Wertheim. Alles
was westlich der Linie Freudenberg, Walldürn, Buchen,
Eberbach, Wiesloch, Philippsburg liegt, spricht die
rheinfränkische oder pfälzische Mundart, die
gleichfalls auf beiden Seiten des Rheins bis zur Grenze
der Vorderpfalz wieder bedeutende Verschiedenheiten
aufweist.
All diese Volksmudarten haben auch seit dem Beginn des
19. Jahrhunderts ihre eigenen Dichter gefunden, die in
der Sprache des Volkes
zum Volk und aus dem Volke sprechen.
An dem Anfang der süddeutschen Mundartdichtung steht
der Alemanne Johann Peter Hebel. Sonderbare Fügung des
Schicksals! Hebel, dessen Vater Franke, dessen Mutter
Alemannin war, öffnete damit den Alemannen den Mund, um
das auszudrücken, was sie fühlen und denken und
dichten. Also eine Vermischung von Franken und Alemannen
hat in Baden die Mundartdichtung begründet. Hebel hatte
einst bei der Herausgabe seiner alemannischen Gedichte
die Absicht ähnlich gestimmte Harfen zu wecken.
aus "Typisch Badisch", Heinz Bischof, Verlag
Weidlich 1981, Seite 140-141
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