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Der pervertierte Blick - oder die blinden Augen der Welt |
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Ein hastiger Blick streift die Welt des Grauens. Sein Gestus des Unaufmerksamen, sein mangelndes Verharren, seine flüchtige Rezeption, entwertet die Objekte der Betrachtung, kränkt die Authentizität der Ereignisse, löscht gar ihre Wirklichkeit, ihr Dasein aus. Diese Um-Entwertung vollzieht ein, dem Menschen eigenes, psychisches Immunsystem, welches den Bildern die emotionalen Kräfte raubt, sie in eine Warteschleife im kühlen Orbit der aufgeschobenen Anteilnahme leitet, um sie dann beim Eintritt in den Ereignishorizont des Bewusstseins, unweigerlich verglühen zu lassen. Fast scheint es, als erzeuge die Psyche eine kalt brennende Reibung zwischen Realität und Wahrnehmung, welche das Schockierende deformiert und es für eine fühlende Anteilnahme unkenntlich zu machen sucht. Der gefährdete Geist entledigt sich auf diese Weise dem unaufhörlichen Bedrängen durch die mediale Existenz des allgegenwärtigen Schreckens. In den Trainingslagern der Moderne, den Massenmedien, schulen sich Verstand und Seele, um gegen das Aufbegehren anderer Welten gewappnet zu sein. Sie
erwerben dort das sensorische Instrumentarium um sich
den Zumutungen des Unerträglichen entziehen zu können.
Staut für Momente Bilder in visuellen und emotionalen
Bassins, die sonst in einer endlos stürzenden Kaskade
unaufhörlich weiter strömen würden. ..für
einen Augenblick des Interesses, ..der
Betroffenheit. süß
ists, anderer Not bei tobendem Kampfe der Winde Biografisches
zu Alfredo Jaar: http://www.nachrichtenkunst.de/Autorenarchiv/Jaar1.htm |
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